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Wiedererrichtung im Jahr 1948

14 Jahre nach seiner Auflösung konnte der Verband im August 1948 den zuständigen Behörden seine Neugründung und Eintragung in das Vereinsregister zu Düsseldorf unter seinem alten Namen anzeigen. Der Krieg hatte die meisten technisch-wissenschaftlichen Organisationen zerschlagen. Nur einigen größeren Vereinigungen war es gelungen, ihre Einrichtungen zu bewahren und die Verbindung zu ihren Mitgliedern aufrechtzuerhalten. Die Teilung Deutschlands in Besatzungszonen machte es auch ihnen unmöglich, den Aufbau von zentraler Stelle aus zu beginnen. Keimzellen für eine neue Entwicklung in den die verschiedenen Fachbereiche umspannenden Vereinigungen waren ihre örtlichen Gliederungen in den größeren Städten und an den Plätzen, wo das wirtschaftliche Leben wieder in Gang kam.
 
Die Vereine, Gesellschaften und Verbände, die 1916 eine ihre übergeordneten Interessen wahrnehmende Organisation gegründet hatten, ließen auch jetzt den Deutschen Verband von neuem erstehen. Der wieder ins Leben gerufene Verein Deutscher Ingenieure vermittelte 1947 eine erste Fühlungnahme der bedeutendsten technisch-wissenschaftlichen Organisationen mit dem Ziel, das Einverständnis über die Wiedererrichtung des Deutschen Verbandes herbeizuführen.
 
Nach einer vorbereitenden Besprechung unter der Leitung des Vorsitzenden des VDI, Hans Bluhm, fand die Gründungsversammlung am 5. August 1948 statt. An der Gründung beteiligten sich die folgenden acht Vereinigungen: Verein Deutscher Ingenieure, Verein Deutscher Eisenhüttenleute, Verband Deutscher Elektrotechniker, Gesellschaft Deutscher Chemiker, Verein von Gas- und Wasserfachmännern, Deutsche Gesellschaft für chemisches Apparatewesen, Verein Deutscher Gießereifachleute, Gesellschaft Deutscher Metallhütten- und Bergleute.
 
Schon 1950 waren 22 Mitgliedvereine zu gemeinsamer Arbeit im Rahmen des DVT bereit. Mit vielen der gleichen Vereine, die ihm schon früher angehört hatten, umfasste der DVT 1952 mehr als 40 Mitglieder und erreichte damit die Zahl der ihm vor seiner Auflösung 1934 angeschlossenen Organisationen. Zurzeit wirken in ihm 87 Vereinigungen mit, deren Leistungen auf technisch-wissenschaftlichen Gebieten auch international anerkannt sind. Sie alle dienen der Pflege eines bestimmten Zweiges der Technik und zählen in ihren Reihen namhafte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Forschung, Ingenieure, Architekten, Chemiker, Physiker, Mathematiker und Techniker, die auf ihren Gebieten wissenschaftlich oder praktisch tätig sind. Die Arbeitsergebnisse, die von den Mitgliedvereinen des DVT in Erfüllung ihrer Aufgaben und Ziele vollbracht werden, sind ein wesentlicher Teil des technischen Schaffens, das den industriellen Fortschritt trägt.
 
Die neue Satzung schließt an die Tradition des früheren Verbandes an. Neu sind u. a. die Einführung der Ehrenmitgliedschaft, die Bildung regionaler Gemeinschaftsgruppen des DVT, die Bestellung mehrerer stellvertretender Vorsitzender sowie die Möglichkeit, den Geschäftsführer zum Geschäftsführenden Vorstandsmitglied zu bestellen. Unbeschadet der selbständigen Arbeiten der Mitgliedvereine wurde dem DVT die Behandlung der ihren fachlichen Aufgabenkreis überschreitenden Fragen auf den verschiedenen Gebieten der Technik übertragen, insbesondere die Förderung der technischen Forschung, die Vereinheitlichung gemeinsamer technischer Grundlagen, die Weiterentwicklung des Unterrichtswesens und die Mitarbeit an der die Technik betreffenden Gesetzgebung und Verwaltung.
 
Der DVT soll dazu beitragen, dem technischen Schaffen den der Bedeutung von Wissenschaft und Technik entsprechenden Einfluss im öffentlichen Leben und für die kulturelle Entwicklung zu sichern. Nach der Satzung ist jede parteipolitische Tätigkeit ausgeschlossen. Erwerbs- oder eigenwirtschaftliche Zwecke dürfen nicht verfolgt werden. Die Ergebnisse seiner Tätigkeit müssen der Allgemeinheit zur Verfügung stehen.
 
Ziel und Zweck des DVT fanden bei den Behörden und Regierungsstellen Anerkennung. Im Juli 1949 wurde er auf seinen Antrag in die damals bei den Bundesund Landesbehörden geführten Register aufgenommen.
 
Verhandlungen mit dem Bundesfinanzministerium und den obersten Finanzbehörden der Länder führten zur Anerkennung des DVT als wissenschaftliche Einrichtung.