iwd - Nr. 26/S. 4 - 26.06.2008
"Ingenieure verzweifelt gesucht"08.07.2008
Das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln untersucht in seinem Informationsdienst vom 26. Juni die neuesten Zahlen zum Fachkräftemangel bei Ingenieuren.
Laut iwd waren im Januar 2005 noch knapp 64.000 Ingenieure arbeitslos gemeldet. Diese Zahl ist seitdem kontinuierlich um etwa zwei Drittel gesunken. Dabei werden Fachkräfte wie Ingenieure dringend gesucht. In fast allen Bundesländern macht sich der Mangel mittlerweile deutlich bemerkbar. Lediglich in Berlin und Brandenburg ist zur Zeit noch kein Engpass bei den Ingenieuren zu verzeichnen.
Das iwd stellt dabei fest, dass die Bilanz in Lädern wie Baden-Württemberg und Bayern ohne die Zuwanderung von Ingenieuren aus Ostdeutschland noch dramatischer aussehen würde. Im Gegensatz zu den Ausbildungszahlen in den Westbundesländern legten die Nachwuchszahlen in den Ostbundesländern außerdem deutlich stärker zu (in Sachsen und Thüringen um 37 bzw. 50% gegenüber 1,1% in Baden-Württemberg und 4,2% in Bayern).
Um die Lücke zwischen Stellen- und Arbeitskräfteangebot zu füllen, wären jedoch deutlich mehr Absolventen notwendig - etwa 1,8mal soviele Studenten wie bisher müßten ihr Ingenieurstudium abschließen.
Der steigende Bedarf an Ingenieuren wirkt sich auch auf den Verdienst aus. Viele Unternehmen sind im Kampf um die besten Fachkräfte bereit, deutlich höhere Gehälter zu bezahlen - so lag das Bruttojahresgehalt eines vollbeschäftigten Ingenieurs 2006 im Mittel um 69% höher als bei einem durchschnittlichen Vollzeitbeschäftigten. Gegenüber anderen Akademikern verdiente ein Ingenieur 26% mehr.
Die Ursachen dieser Entwicklung liegen, wie das iwd feststellt, zum einen in der anziehenden Konjunktur und zum anderen im Strukturwandel hin zu einer wissensintensiven Wirtschaft.
Quelle: iwd - Informationsdienst des Institutsder deutschen Wirtschaft Köln, Jg. 34, 26. Juni 2008
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