Parlamentarischer Abend des DVT: Alles Nano? Moderne Werkstoffe punkten bei Ökonomie und Ökologie
Berlin, 24. Oktober 2007Bei seinem zweiten Parlamentarischen Abend im Jahr 2007 hat der DVT im Rahmen der WING-Konferenz das Thema „Moderne Werkstoffe“ aufgegriffen. Der DVT-Vorstand diskutierte gemeinsam mit Bundestagsabgeordneten, Fachleuten und Vertretern von BMBF und PTJ (Projektträger Jülich) Anwendungsbeispiele und Potenziale moderner Werkstoffe, wie zum Beispiel faserverstärkter Kunststoffe und Nanomaterialien.
Prof. Dr. Gerhard Schneider, stellv. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde e.V. (DGM) und Executive Vice President Research und Technology des Center North America der Robert Bosch Corp., erläuterte zunächst die immer größeren Anforderungen an Hochleistungswerkstoffe. Er vertrat die Meinung, dass neue Strategien entwickelt werden müssten, um Werkstoffinnovationen mit vertretbarem Aufwand erfolgreich am Markt zu platzieren. Anhand von Beispielen zeigte er die Umsetzung von Werkstoffideen in nützliche Produkte auf. Die Anpassung von Werkstoffen an die Systemanforderungen ist dabei ein zentraler Punkt, sagte Schneider. Die Entwicklungsprozesse würden von vielen Faktoren wie Innovation, Qualität, Time-To-Market und Kostendruck mitbestimmt.
Der Direktor des Faserinstituts Bremen e.V. und Geschäftsführer der CTC GmbH, Stade, Prof. Dr.-Ing. Axel S. Herrmann, beschäftigte sich in seinem folgenden Beitrag mit CFK – Kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff als Werkstoff der Zukunft. Er betonte die Einsparpotenziale dieser neuartigen Werkstoffe gegenüber anderen Leichtbaumaterialien wie Aluminium. Neben Gewichts- und Kraftstoffreduzierung im Fahrzeugbau sind vor allem auch die Steigerung von Arbeitsgeschwindigkeiten und Präzision im Maschinenbau wichtige Ziele in der Entwicklung neuer Kunst- und Verbundwerkstoffe. Letztendlich böten diese modernen Werkstoffe, so Herrmann, auch Potenziale zur Reduzierung der Klima-Belastung.
Als dritter Referent ging Prof. Dr.-Ing. Michael Schütze, Institutsleiter am Karl-Winnacker-Institut der DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V., in seinem Bericht auf die weltweit zunehmende wirtschaftliche Bedeutung der Nanotechnologien ein. Bereits heute enthalten zahlreiche Produkte nanotechnologische Komponenten oder werden mit Hilfe von Nanotechnologien hergestellt. Marktprognosen sagen ihnen ein enormes Steigerungspotenzial voraus. Die Einsatzmöglichkeiten von Nanomaterialien reichen von der Verwendung als Füllstoffe in der Automobilindustrie bis hin zur Gestaltung funktionaler Oberflächen. Bei der Beschäftigung mit Nanotechnologien spielt zudem die Wahrnehmung in der Bevölkerung und daher die frühzeitige objektive Abschätzung der Risiken eine zentrale Rolle.
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