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Materialwissenschaften und Werkstofftechnik erhalten Informationssekretariat

Im Hinblick auf die Materialforschung in Deutschland hatte sich der Wissenschaftsrat bereits im Jahr 1996 in einer Stellungnahme kritisch zu deren Perspektiven geäußert. DFG und das BMBF haben das Thema Ende 2005 wieder aufgegriffen und in einer Analyse Schwachpunkte herausgearbeitet, auf die aus ihrer Sicht im Rahmen eines künftigen Gesamtkonzepts eingegangen werden muss. Dr.-Ing. Frank Fischer, bei der DFG zuständig für Ingenieurwissenschaften und das Fachgebiet Werkstoffwissenschaften, bemängelte in einem Schreiben an alle Fachgesellschaften, dass die Materialwissenschaften und die Werkstofftechnik über keine eigenständige Vertretung gegenüber Förderern, Politik, Wirtschaft und Verwaltung verfügten. Außerdem beklagte er die fehlende Interdisziplinarität, die mangelnde Koordination der Öffentlichkeitsarbeit sowie die Qualität der Nachwuchssicherung in diesen wichtigen Schlüsseltechnologien.
 
In einem ersten Gespräch der Fachgesellschaften am 19. Januar 2006 in Berlin wurden unter der Leitung des DVT Vorstellungen und Ideen zum Selbstverständnis, zur Struktur und zu den Wirkungsmöglichkeiten eines gemeinsamen „Bundesverbandes Materialwissenschaften und Werkstofftechnik“ gesammelt. Die Teilnehmer wurden anschließend gebeten, bis zu einem weiteren Gespräch am 20. März ihre Vorstellungen zur Konkretisierung der Ideen und insbesondere zur Unterstützung einer gemeinsamen Organisation vorzulegen.
 
In der folgenden Sitzung einigten sich die Vertreter der anwesenden Fachgesellschaften darauf, den Vorschlag der Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM), einer Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums Wirtschaft und Technologie, umzusetzen, der Folgendes vorsieht:
 
* Einrichtung eines Informationssekretariates für M&W-Aktivitäten
* Kostenlose Unterstützung dieses Sekretariats durch Personalgestellung, Räumlichkeiten, Geräte und Kommunikationsmittel zunächst für ein Jahr
 
Der Aufbau des Informationssekretariates wird von anderen Fachgesellschaften mit einzelnen Dienstleistungen unterstützt, so z.B. von der Deutschen Gesellschaft für zerstörungsfreie Prüfung (DGZfP), der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM) oder der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie (DECHEMA).
 
Darüber hinaus wird der Aufbau voraussichtlich durch eine Studie begleitet, die eine koordinierte Strategie zur Erhöhung der Effizienz und Zukunftsorientierung der Fachgesellschaften im Bereich M&W entwickeln soll. Die Studie will insbesondere globale Trends und Entwicklungen behandeln. Die Ergebnisse sollen helfen, die deutsche Technologieführerschaft in ausgewählten Forschungsbereichen zu sichern. Die Studie befindet sich momentan noch in der Antragsphase.
 

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