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DVT feiert sein 90-jähriges Bestehen – Europäische Zusammenarbeit rückt immer mehr ins Zentrum

 Der Deutsche Verband technisch-wissenschaftlicher Vereine (DVT) begeht heute seinen 90. Gründungstag. Mitten im 1. Weltkrieg – am 27. Mai 1916 - wurde der Zusammenschluss technisch-wissenschaftlicher Organisationen unter anderen von den großen Ingenieurvereinen VDI und VDE ins Leben gerufen.
 Der gemeinnützige Dachverband hat das Ziel, übergeordnete Probleme aus Naturwissenschaft und Technik zu behandeln und die Belange von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern gegenüber Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Verwaltung zu vertreten.
 Während seiner Tätigkeit hat der DVT zu zahlreichen technischen Entwicklungen und politischen Fragen Stellung genommen und damit den technischen Fortschritt befördert. Bereits in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden mit dem „Verkehrsausschuss“ und dem „Industrieausschuss“ die ersten DVT-Gremien, die Parlament und Regierung bei der Gesetzgebung und bei Entscheidungen über technik-bezogene Fragen beratend zur Seite standen. Diese Gremien wirkten mit an der Neuordnung des Verkehrswesens, nahmen Einfluss auf die Regelung des Patentwesens, des Schiedsgerichtswesens und der Verbesserung der technisch-wissenschaftlichen Ausbildung. Fachliche Stellungnahmen des DVT förderten nachhaltig das gesamte technische Normierungswesen, das in einigen Bereichen auch international Vorreiterfunktion erlangte.
 Nach dem Verbot durch die Nazis und der Wiedergründung 1948 wurde der DVT 1951 zum Gründungsmitglied des europäischen Ingenieurverbandes FEANI. Seinem damaligen Vorsitzenden Prof. Balke ist zu verdanken, dass Deutschland damit in diesem Bereich schnell wieder ein angesehener Partner europäischer Zusammenarbeit wurde. Bis heute hat die europäische Kooperation – insbesondere in Bildungs- und Ausbildungsfragen – immer stärker an Bedeutung gewonnen. Der DVT würdigt diese Tatsache durch Vergabe des FEANI-Titels „Europa Ingenieur (EUR ING)“ auf individuelle Anfrage.
 In den 1970iger Jahren wirkte der DVT an Inhalt und Formulierung der „Ingenieurgesetze der Länder“ mit. Damit wurden die Voraussetzungen zum Schutz der Bezeichnung „Ingenieur“ geschaffen. Anfang der 1980iger Jahre sorgte der DVT als Vertreter Deutschlands in der FEANI dafür, dass die technische Ausbildung an den Fachhochschulen in Europa als vollwertige Ingenieurausbildung anerkannt wurde. Dies förderte auch die internationale Anerkennung in hohem Maße, was nicht zuletzt in der entsprechenden Einstufung in der EU-Richtlinie zur Anerkennung von beruflichen Qualifikationen“ zum Ausdruck kommt.
 Nachdem in den 1990iger Jahren auch die politische Außenwirkung des DVT in Ingenieurfragen durch die regelmäßige Diskussion mit politischen Vertretern bei Parlamentarischen Abenden verstärkt wurde, zog die Geschäftsstelle dann 2005 von Düsseldorf nach Berlin um. So will der DVT seine Kompetenzen im Interesse und im Auftrag seiner Mitgliedsvereine noch näher an die Entscheidungsträger/innen heranbringen.
 
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