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DVT-Verbandsversammlung 2005: HRK-Präsident Gaehtgens für mehr Hochschulautonomie

Die diesjährige DVT-Verbandsversammlung fand zum wiederholten Mal im Berliner Magnus-Haus statt. Als Gastredner konnte der DVT-Vorsitzende Hubertus Christ den Präsidenten der Hochschulrektorenkonferenz, Peter Gaehtgens, begrüßen. Gaehtgens hielt eine Rede zum Thema "Hochschulautonomie - Voraussetzung für Exzellenz in Lehre und Forschung", die zu einer lebhaften Debatte und zahlreichen Nachfragen an den Referenten führte.
 
Gaehtgens beleuchtete in seinem Beitrag zunächst die veränderten Rahmenbedingungen, in denen sich die Hochschulen momentan zurechtfinden müssen. Steigende Studierendenzahlen hätten die Hochschulen an ihre Kapazitätsgrenze gebracht, und die Fragmentierung der Studiengänge durch Einführung von Bindestrichdisziplinen sei nicht als Lösung auf diese Steigerung anzusehen, sondern bestenfalls als vorläufiger Versuch der Kanalisierung. Die wissenschaftlichen Hochschulen, so Gaehtgens, müssten sich die Frage nach der Qualität ihres Beitrags gefallen lassen, unter anderem angesichts von hohen Abbrecherquoten, die volkswirtschaftlich unvertretbar seien.
 
Der HRK-Präsident nahm die Hochschulen aber auch in Schutz: Sie könnten im Moment nicht so handeln, wie sie wollten, seien abhängig von zu vielen Vorgaben und könnten sich dadurch zu wenig von anderen Hochschulen unterscheiden. Nötig seien aber mehr Freiheit, mehr Autonomie und damit auch mehr Verantwortung für die Hochschulen. Gaehtgens nannte konkret die Einführung eines Globalhaushalts, die Übertragung von Haushaltsmitteln in das nächste Jahr, die Selbstauswahl von Studierenden, die Bestimmung über die Gehälter von Lehrenden sowie die Professionalisierung von Hochschulleistungen als Mittel der Wahl.
 
Eine Lanze brach Gaehtgens auch für die Förderung von Exzellenzzentren und sprach sich für das Recht der Hochschulen aus, exzellente Forschungsergebnisse selbst verwerten zu dürfen; dies steigere nicht zuletzt deren Strategiefähigkeit. Letztlich müsse der Staat, so Gaehtgens, bereit sein, die Hochschulen in diesem komplizierten Prozess auch Fehler machen zu lassen, das gebiete schon der Wettbewerb. Allerdings sehe er im Wettbewerbsföderalismus auch Grenzen, und zwar dort, wo Hochschulen in strukturschwachen Gebieten und Randlagen ohne die Solidarität aller Partner auf Dauer benachteiligt blieben, während andere davoneilten. Dies sei nicht wünschenswert und müsse verhindert werden.
 
Abschließend forderte Gaehtgens den DVT und seine Mitgliedsvereine auf, mit den Hochschulen in einen aktiven Dialog einzutreten und die Entwicklung positiv zu begleiten.
 
Die Rede von Herrn Gaehtgens wird allen DVT-Mitgliedsvereinen Anfang Mai auf dem Postwege zugeschickt und zur Lektüre empfohlen.
 

HRK-Präsident Gaehtgens